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Sonstiges: ShoppingNeuer Lebensmittelskandal in Thailand: Verdorbene Thunfischkonserven
Nach den schweren Überschwemmungen in der thailändischen Provinz Phattalung hatte die thailändische Regierung am 12. Januar 2009 Hilfspakete mit Lebensmitteln in die Region geliefert. Darunter befanden sich auch Thunfisch-Konserven, die bereits abgelaufen und verdorben waren. Auch im mitgelieferten Reis krabbelte das Ungeziefer…
Die Hilfslieferung, bei der rund 4.000 Pakete verteilt wurden, stammte von Witun Nambutr, dem Minister für Soziale Entwicklung und menschliche Sicherheit. Aufgeflogen war der Skandal, der offensichtlich durch Regierungskreise vertuscht werden sollte, als die thailändische Zeitung THAI RATH davon Wind bekommen und darüber berichtet hatte. Neben den verdorbenen Fischkonserven und dem mit Ungeziefer durchsetzten Reis befanden sich noch Dosen mit Chilipaste in den Paketen, die kein Verfallsdatum enthielten. Auch die mitgelieferten Medikamente entsprachen nicht dem neuesten Stand und werden von den Ärzten schon längere Zeit nicht mehr benutzt bzw. verschrieben.
Inzwischen wurden die betroffenen Empfänger gewarnt die Pakte nicht zu öffnen und den Inhalt auf keinen Fall zu verzehren. Minister Witun Nambutr verwickelte sich bei seinen Erklärungsversuchen in Widersprüche. Zuerst hieß es, die Regierung habe sie gekauft, dann sagte er, sie seien gespendet worden. Inzwischen will er sich Journalisten gegenüber gar nicht mehr zum Thema äußern. Die THAI RATH vermutet, dass die Pakete gekauft wurden. Möglicherweise wurde Geld abgezapft, so dass sie nur mit minderwertiger bzw. verdorbener Ware bestückt wurden. Da es sich hierbei nur um geringe Summen gehandelt haben dürfte, vermutet THAI RATH die Schuldigen bei den untergeordneten Beamten.
Zwischenzeitlich wurden von Minister Witun Nambutr zwei Komitees eingesetzt, die ermitteln und den Skandal aufklären sollen. Eines soll klären, welche Konserven gekauft, und welche möglicherweise gespendet wurden und wie es um die Qualität der Ware bestanden habe. Das zweite Komitee soll sich dann mit dem Inhalt der Hilfspakete befassen.
Inzwischen steht auch fest, dass die Firma Chao Doy Fish Products ihre Thunfischkonserven mit falschen Verfallsdaten etikettierte. Unerlaubterweise wurden die Konserven dann auch unter insgesamt 15 verschiedenen Labels vertrieben. Heraus kam auch, dass im August 2008 solche Konserven mit dem Verfallsdatum „Dezember 2008“ bestückt wurden, obwohl der Inhalt bereits damals ungenießbar gewesen sein soll. Dies teilte die FDA, die thailändische Lebensmittelbehörde mit. Bei der Herstellerfirma in Samut Sakhon wurde eine Razzia durchgeführt und alle Produkte vom Markt zurückgerufen. Weitere Ermittlungen sind noch im Gange.
Ungeklärt bleibt vorerst noch so einiges, darunter auch die Frage, wie es überhaupt dazu kam, da doch der FDA die Vorwürfe der Falschetikettierungen bereits im letzten August bekannt war und sie die Firma daraufhin hatte schließen lassen. So bleibt es recht mysteriös und sonderbar, wo jetzt die verdorbenen Thunfisch-Konserven herkamen. Außerdem ergibt sich die Frage, warum wurden sie überhaupt noch im Januar 2009 verteilt, da sie doch als Verfallsdatum den Dezember 2008 enthielten?
Schlussbemerkungen: Auch bei uns in Deutschland gibt es unzählige Asien-Shops, die asiatische Lebensmittel verkaufen. Aus eigener Erfahrung weis ich, dass sich sehr häufig in solchen Geschäften – einschließlich größerer Asia-Supermärkte – immer wieder Lebensmittel finden lassen, deren Verfallsdatum überschritten ist (in einem Fall fand ich eine Konserve, bei der das Verfallsdatum um mehr als zwei Jahre überschritten war). Sie sollten beim Einkauf in einem Asia-Shop speziell auf die Verfallsdaten achten. Allerdings schauen Sie genau hin, denn häufig sind zwei Daten auf den Verpackungen enthalten, da vielfach auch das Herstellungsdatum mit aufgedruckt wird. Auch dies ist ein Hinweis auf die „Frische“ des Produktes und besonders wichtig bei Tiefkühl-Produkten wie beispielsweise Meeresfrüchten...
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