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Wirtschaft & Finanzen: Welt

Gipfelstürmer in Belém und Sterntaler in Davos

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Es sind zwei Gipfel, die derzeit tagen, Gipfel wie sie unterschiedlicher nicht sein können. In Davos tagen die Reichen und Mächtigen und die Politik, und es sind all jene, die die Globalisierung einem Heuschreckenschwarm von Päpsten die den Rauptierkapitalismus predigten bei radikalisierter freiest möglicher Marktwirtschaft. Hier tagt der WEF Ihnen eilte die Regenschirmpolitik zu Hilfe und schüttete Sterntaler aus.

In einem anderen Teil der Welt wird auch getagt, und die Teilnehmer dort sind nicht weniger bedeutsam, sind es doch jene die vor dem obigen Gebetbuch und den Folgen seiner Anbetung stets gewarnt haben. Sie sind mehr, viel mehr! 100.000 haben sich aufgemacht nach Brasilien, Belém.

Hier tagen die Warner auf dem Weltsozialforum. Schon ihre Teilnehmerzahl zeigt, für wie viel wichtiger Menschen Tagungen halten, die „Sozial…“genannt werden. Und er war immer sozial, dieser Gipfel. Auch hier beschäftigt man sich mit der Finanzkrise und ihren Folgen, jedoch nicht mit den Folgen für jene die nach der Krise vermutlich noch reicher sein werden als zuvor, oder mit jenen, die daraus profitieren, wie etwa Conti und Scheffler. Zwei Unternehmen, die sich gegenseitig und vermutlich im Einverständnis so lange geprügelt haben, bis sie nun in den Sog gerieten und nach Staatshilfe schreien, selbst verursacht.

Conti und Scheffler, zwei sehr spitzfindige Spekulanten, denen man vermutlich ebenfalls einen Schirm schenken wird. Es ist eine Sterntalerpolitik, die jene nun betreiben, die nach Davos eilten.

Wesentlich wichtiger sind hingegen für Menschen die fünf Tage von Brasilien, 27. Januar bis 1. Februar 2009, wo auf 2.600 Veranstaltungen die vielfältigen Probleme der wachsenden Armut, der andauernden Kriege und der drohenden Umwelt- und Klimakatastrophe thematisiert und Alternativen diskutiert werden. Denn hier befassen sich Menschen vom Volk mit Problemen im Volk und versuchen für das Volk etwas zu tun.

In Davos kümmert man sich derweil darum, wem man einen von Kinderhänden gebauten Regenschirm schenkt. Dass man in Davos Menschen aussperrt weil China auch hier regiert sieht man daran, dass man Geschäfte zu schließen droht, wenn dort eine Tibet-Flagge entdeckt wird. Nicht vergessen, Davos liegt in der Schweiz, und doch bis hierher reicht die Diktatur Chinas. Da wundert es wohl niemanden, wenn schon einmal die Polizei andernorts Wohnungen stürmt und israelische Fahnen entfernt, wenn Polizisten Flüchtende sofort erschießen oder Zeitungen gleich ganz verboten werden.

So unterschiedlich wie die Gipfel sind, zeigt sich genau jetzt, wie undemokratisch die so genannten Demokratien geworden sind, wie ungemein wichtig die Wirtschaft ist, welchen Einfluss sie hat, wenn die Politiker der Welt ihr in Davos zur Seite springen.

Denn ginge es um die Menschen und die Politik meinte es ehrlich, wenn Politiker ihr Wort halten würden nachdem sie beim Amtseid geschworen haben zu dienen, wären sie jetzt am anderen Ende der Welt in Belém. Aber natürlich, man vergisst: „Ich will Deutschland dienen…“ das hieß der deutschen Wirtschaft. Und somit war es nicht gelogen. Ein ehrlicher Mensch hätte gesagt: „Ich will dem Deutschen Volke dienen.“

Nur, das wird sich wohl niemals ein deutscher Politiker abringen, weil er dann einen Meineid schwören müsste. Nun wissen wir also, was für sie zählt, für sie alle die in Davos tagen, abgeschirmt weil sie Angst haben, denn das Volk hat die Lüge von Davos längst durchschaut.

Jene, die unehrlich sind zu ihrem Volk, sie sind in Davos, die wenigen ehrlichen, die denen die Menschen noch etwas bedeuten, die Politiker mit Anstand und Würde, die Wirtschaftler, denen das Wort Teilhabe etwas sagt, jene, die das Wort sozial noch nicht aus ihrem Vokabular gestrichen haben, jene, die dieses Wort noch verstehen, die die es schreiben und achten, sie sind in Brasilien.

Und daran, an welchem Gipfel teilgenommen wird, daran sollte man sie messen, unsere Politiker der Parteien mit dem CS und dem S im Namen, bei der nächsten Wahl.

©denise-a. langner-urso

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Schlüsselwörter: Weltsozialforum | Belém | Wirtschaftsgipfel | Davos
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