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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Das Supermarktmodell Deutschland, Teil 1, die Anwälte.

Oder wie man sich viel Geld in die Taschen stecken kann ohne Leistung.

Jedes Rechtssystem beruht auf einer Regel die besagt, Entgelt gegen Leistung. Die zweite Regel besagt, kann ich diese Leistung überhaupt erbringen und ist sie im Sinne des Auftragsgebers. In einem Interview in der „wiwo“* verweist der ehemalige Innenminister und jetzige streitbare Anwalt Gerhard Baum auf die Abzockergilde unter den Anwälten. Dabei übersieht er nicht die eklatanten Schwächen in unserem Rechtssystem, das mehr an den Einnahmen der Rechtsvertreter orientiert ist als am Opferschutz. So wollen viele geprellte Anleger in der Finanzkrise ihr Geld zurück und vertrauen sich einem Anwalt an. Das Erwachen kommt dann, wenn der Anwalt die Rechnung stellt, obwohl schon im Vorfeld zu erkennen war, der Prozess hat keinen Erfolg.

In den Worten von Gerhard Baum heißt das, „da werden Notlagen von Menschen, die ihre Ersparnisse verloren haben und zum Teil vor dem Nichts stehen, auf zynische Weise ausgenutzt – nur um sich selbst zu bereichern.“* Denn in unserem Rechtssystem bekommt ja bekanntlich jeder Anwalt einfach Kohle, ob er eine gute Anklage vorbereitet, richtig informiert oder gar nur Kopierprozess führen will und der Prozess überhaupt Erfolg hat. Die Leistung und das Wissen zählt nicht, sondern die übliche formelle Erfüllung von Klageeinreichungspunkten und das haben vielE Anwälte schnell durchschaut, gerade bei den Bürgern, denen man im Rahmen der Lehman & Brothers Anlagen die gesamte Ersparnis abgeknöpft hat.

Denn eines ist klar, ob sie was Können oder nicht, „ihr Geld bekommen sie trotzdem. Wer nicht vernünftig arbeitet, wird also nicht bestraft,“* sondern belohnt. Aus Arbeitsprozessen und dem gesamten Arbeitsrecht kennen wir diese Praxis nur zur Genüge. Da wird vor dem ersten Prozess ein Vergleichstermin angesetzt, in dem eigentlich die Beweismittel geprüft werden sollen, man aber sehr schnell erkennt, es geht nur um einen Vergleich. Stimmt das Opfer zu, so kann der Anwalt einmal die Kosten für den Vergleich einsacken, die dem eines Gerichtstermins entsprechen. Egal ob er sich gut oder schlecht vorbereitet hat, alle Beweise dem Gericht zur Verfügung gestellt hat und alle Gesetze zitiert hat, die dem Angeklagten helfen sollen. Und er kann dann nochmals die gleiche Summe in Rechnung stellen, für den ersten Gerichtstermin, der aber gar nicht stattfindet, denn meist hat dieser Wischiwaschitermin das Opfer schon so unter Druck gesetzt, dass er dem Vergleich zustimmt, ohne zu wissen, dass er nochmals für einen Termin bezahlen muss, der gar nicht stattfindet. Natürlich klärt kein Anwalt oder Richter seinen oder den Mandanten auf, dazu haben sie ja nicht die Pflicht und dem Kohleverdienen oder Abzocken steht das auch im Wege.

In Deutschland haben wir in der Zwischenzeit ein Rechtssystem, in dem das Opfer drei- und vierfach ausgenommen werden kann. Und die Gilde der Anwälte ist da nur die Spitze des Eisbergs. Im Falle der Opfer der Finanzkrise hat der angesehene Anwalt Gerhard Baum das folglich und treffend so formuliert: „Ich habe den Eindruck, dass die unseriösen Geschäftspraktiken derzeit massiv zunehmen. Das ist manchmal geradezu kriminell und droht den gesamten Berufsstand in Misskredit zu bringen.“ Und für uns Bürger heißt das, suchst du dein Recht, dann gehe davon aus, dass der nächste „Täter“ auf dich wartet. Denn Geld stinkt bekanntlich nicht.

Eigentlich müsste jetzt eine große Justizreform auf der Tagesordnung stehen. Doch bei den Parteien die wir haben, kann man das vergessen. Alleine die „Ich-Partei“ des Guido Westerwelle**, die mal so hervorragende liberale Kämpfer wie Gerhard Baum hervorbrachte, auch FDP genannt, hat diesen Eckpunkt schon längst dem Populismus ihres Alleinunterhalters geopfert. Obwohl Herr Westerwelle immer die Leistung so betont, doch wo ist sie im Fall seiner Gilde? Dazu schweigt jedoch der Vorsitzende der „Ich-Partei“.

Die Aussichten für uns Bürger sind daher nicht rosig, auch wenn wir jetzt fünf Parteien haben. Nicht die Quantität zählt, sondern die Qualität, und da haben wir uns schon längst von der Weltmeisterschaft verabschiedet, wenn es um ein Justizsystem für die Opfer geht. *http://www.wiwo.d...us-384762/ **http://www.guido-...index.html

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Schlüsselwörter: Gerhard Baum | Anwälte | Guido Westerwelle | Ich-Partei | Geld ohne Leistung | FDP | Justizsystem
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