Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Sonstiges: Tipps & Tricks

Kein Jackpot bei Wunschlotto/Mahnungen

„Welches Schweinderl hätten S' denn gern?“ hat Robert Lembke von 1955 bis 1958 und von 1961 bis 1989 337 Mal zum heiteren ARD-Beruferaten eingeladen. Die Sendung gibt es nicht mehr - dafür im Internet aber nicht immer heiteres Firmennamen-Raten. Motto: „Wie heißen Sie denn heute?“

Regie führt ein Glücksspielunternehmen. Der Name: Wunschlotto. Das Versprechen auf den Internet-Seiten: „Jetzt. Ohne Risiko. 100 Prozent gratis. Testen.“ Verschwiegen wird auf der Eingangsseite: Die kostenlose Testphase endet nach 14 Tagen, kündigt man nicht, kommt nach Auffassung von Wunschlotto ein Vertragsverhältnis zustande, das sich nach sechs Monaten wiederum um sechs Monate verlängert.

Verbraucherzentralen warnen schon lange vor solchen Fallen im Netz und raten zu eingeschriebenen Kündigungen, sobald die erste Mahnung ins Haus flattert. Manchmal sind es auch mehr. Wie am 12. April 2007: Heinz G. aus Wilhelmshaven fischt aus seinem Briefkasten drei Briefe von einer Anwaltskanzlei aus Mannheim. Dabei handelt es sich jeweils um eine „letzte außergerichtliche Zahlungsaufforderung“. Gläubigerin ist die Awanda Media GmbH. Und der Firmensitz? Wird nicht verraten.

Der erste Satz des Schreibens lautet: „Wir zeigen an, dass wir nunmehr die oben genannte Gläubigerin anwaltlich vertreten.“ Gedroht wird mit einem gerichtlichen Mahnverfahren, finanzielles Entgegenkommen signalisiert die Anwaltskanzlei mit einer Ratenzahlungsvereinbarung. Heinz G. aber zahlt nicht: „Hätte ich die erste Rate gezahlt, hätten sie mich wirklich vor Gericht zerren können.“

Der Wilhelmshavener macht dies: Er bittet den Absender der „letzten außergerichtlichen Zahlungsaufforderung“ um Aufklärung, denn: Der Name Awanda Media GmbH sagt ihm nichts. Eine Antwort bekommt er nicht. Statt dessen: am 17. Mai 2007 einen Vergleichsvorschlag. Der lautet: „Gegen Zahlung des hälftigen Forderungsbetrages wird die Angelegenheit abgeschlossen.“ Es folgt: wieder die Androhung gerichtlicher Schritte. Monate gehen ins Land.

Ende 2008 bekommt Heinz G. einen Anruf. Gefragt wird er von einer weiblichen Stimme, wann er die Forderung von Wunschlotto begleiche. „Gar nicht“, antwortet der Wilhelmshavener und will endlich wissen, wann er bei Wunschlotto mitgespielt haben soll. „Im Jahre 2004“, antwortet die weibliche Stimme. Heinz G. fordert Beweise. Bekommt er nicht. Dafür: am 27. Januar 2009 eine „3. Aufforderung“, abgeschickt von einem Inkassobüro aus Harthausen. Die Gläubigerin heißt jetzt: Sparschwein AG mit Sitz in Regensburg.

Heinz G. googelt zu der Awanda Media GmbH und findet heraus: Die ehemalige und die aktuelle Gläubigerin haben ihren Sitz in der gleichen Straße, auch die Hausnummer ist identisch. Aber: Die Sparschwein AG heißt schon nicht mehr so, Rechtsnachfolgerin ist die Demekon Entertainment AG.

Das Schreiben des Inkassobüros aus Harthausen beginnt wieder mit einem Angebot zu einer „außergerichtlichen Lösung“. Der nächste Satz lautet: „Bekanntlich schulden Sie unserer Mandantschaft…“ Danach soll es für Heinz G. ein wenig ungemütlich werden: „Da Ihre Akte nunmehr zur Beantragung eines Mahnbescheides bereit liegt…“

Immerhin: Eine Wunschlotto-Akte hat der Wilhelmshavener schon. „Sechs Richtige wären mir lieber gewesen“, sagt Heinz G. und denkt über darüber nach, ob er nicht derjenige sein sollte, der gerichtliche Schritte einleitet. Aber: „Wie wird das Unternehmen dann heißen?“

Heinz-Peter Tjaden

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Wunschlotto | Jackpot | Sparschwein AG | Mahnungen | Lotto
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

OZ24
am 27.01.2009 18:16:59 (78.61.86.xxx) Link Kommentar melden
Die Ansprüche sind längst verjährt also ruhig Blut Wink, aber das solche "Firmen" die Namen wechseln wie wir unsere Unterwäsche, ist mittlerweile stark in Mode gekommen!

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.04 Sekunden
39,130,576 eindeutige Besuche