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Wirtschaft & Finanzen: Welt

DAVOS: Gipfel verkehrt

Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos steht viel auf dem Spiel, mehr als jemals zuvor und anstatt der Wirtschaft steht plötzlich die Politik im Rampenlicht des Geschehen.

Klaus Schwab konnte bisher die Entwicklungen die die Welt verändern immer sehr gut einschätzen. Schließlich steht er als Chef des Weltwirtschaftsforums mit seinen siebzig Jahren mit der Globalisierung und den Märkten in engster Verbindung. Aber diesmal, wenn zum 39. Mal das Weltwirtschaftsforum in Davos seinen Lauf nimmt, ist nichts mehr so, wie es noch vor einem Jahr war. Eine Weltwirtschaftskrise wie sie derzeitig die Welt beherrscht hat das World Economic Forum (WEF) bisher noch nicht erlebt. Schwab und die gesamte Wirtschaft sind unter Druck geraten, niemals waren die Erwartungen an dieses Gipfeltreffen der Mächtigen größer.

Das World Economic Forum, es existiert allein durch die Mitgliedsbeiträge der 1000 größten Konzerne der Welt. Selbstbewusst hatte man sich in den vergangenen Jahrzehnten, die globale Wirtschaftsordnung erarbeitet sich selbst gefeiert und bestätigt. Und wie aus heiterem Himmel ist diesmal alles anders, schlimmer hätte man es sich selbst in den schwärzesten Alpträumen nicht ausmalen können.

Man ist sehr kleinlaut geworden, nun da die Weltwirtschaftsordnung völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Man befindet sich in einer Glaubenskrise, die die Vorstellung an einen möglichst freien, kaum regulierten Weltmarkt zutiefst erschüttert und zu tiefem Misstrauen in der Welt führt. Der Glaube an das viel gepriesene System wurde zerstört. Nun ruft man nach der Politik. Und diese wird sich die Hände in Davos so lange schütteln, bis einige vor Muskelkater sich kaum noch werden bewegen lassen. Wo sonst 25 Regierungschefs ihm die Hand zum Gruß reichen wird Klaus Schwab diesmal fast doppelt so vielen Spitzenpolitikern die Hände schütteln müssen. Selbst die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist in die Schweiz um an diesem Gipfel teilzunehmen.

Die Wirtschaft scheint ihre Macht verloren zu haben. Man erwartet ein stärkeres Eingreifen der Politik in das bisher geltende System des freien so viel gepriesenen deregulierten Marktes. Man erwartet verschärfte Kontrolle der Banken und Finanzmärkte. Man fordert jene Staaten und Unternehmen, die Steuerhinterziehung unterstützen, massiv unter Druck zu setzen, auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) wird sich dem nicht entziehen können und der neue US-Präsident Barack Obama übt ohnehin massiven Druck auf Steueroasen aus.

Einerseits ist man über die neu geforderte Rolle der Politik nicht begeistert, man weiß aber auch, und hat begriffen dass es so wie bisher nicht weitergehen wird. Zu groß ist der Druck zu handeln, will man den Menschen der Staaten und ihren Forderungen nach mehr Kontrolle gerecht werden. Für den Wirtschaftsgipfel heißt das, man hält sich zurück und es bleibt den Konzernen und ihren Interessenvertretern nur der Weg zuzuschauen und zu hoffen, dass sich der WEF nicht völlig überlebt und überflüssig wird, und man weiß Bescheid über die große Mitschuld an der Weltwirtschaftskrise, die man durch eine zu große Deregulierung selbst mit verursacht hat.

©denise-a. langner-urso

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