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Kambodscha: Kinderprostitution und Sklaverei sind Tagesordnung

50.000 Frauen und Kinder werden täglich allein in Kambodscha Opfer sexueller Gewalt und mehr als ein Drittel von ihnen ist jünger als 18 Jahre. Ein besonders schwerer Fall ist das Verbrechen, dass an der erst 13 jährigen Long Pross begangen wurde. Das Mädchen war noch nicht 13 geworden, als eine Frau es von der Straße weg entführte und an ein Bordell in Phnom Penh verkaufte. In Kambodscha sind in der Regel Frauen die Besitzer solcher Bordelle.

Damit begann für Long Pross

New York Times-
New York Times-
ein endloser Leidensweg, der damit endete, dass ihr die Bordellbesitzerin schließlich eigenhändig ein Auge ausstach. Das Mädchen war zum wiederholten Mal schwanger geworden und hatte mehrere brutale Abtreibungen über sich ergehen lassen müssen. Die Bordellbesitzerin hatte aus Wut über eine erneute Abtreibung und so gehandelt, denn natürlich kommt es dann zu einem Verdienstausfall.

Zuvor war das Mädchen brutal gefoltert und missbraucht worden. Den höchsten Wert haben in Kambodscha Jungfrauen und mehrfach wurde das Kind zugenäht um es an Kunden als eine solche verkaufen zu können. Für das Mädchen war mit der Verstümmelung die grauenvolle Tortur beendet, denn so verunstaltet war sie wertlos geworden.

Poipet in Kambodscha ist der Umschlagplatz für den Menschenhandel. Von dort werden die Opfer zumeist nach Thailand verkauft. Viele Kinder werden auch als Bettler auf die Straße geschickt oder landen als Sklaven in Haushalten. Die skrupellosen Händler haben leichtes Spiel. Entweder entführen sie Straßenkinder, kaufen Kinder ihren armen Familien ab oder sprechen die Kinder direkt mit Lockangeboten auf den Straßen an, die meist nicht ahnen, was ihnen droht, wenn sie auf vielversprechende Arbeitsangebote hereinfallen.

Der Boom begann zu Beginn der neunziger Jahre, als tausende arme Familien begannen ihr Glück in Poipet zu suchen und sich dort ein besseres Leben als Händler oder Tagelöhner erhofften.

Viele der Kinder kehren erst nach Jahren zu ihren Familien zurück, und viele von ihnen haben sich dann mit HIV infiziert. Greift die Polizei in Thailand solche Kinder auf, schiebt sie sie zurück nach Poipet ab, wo sie meist umgehend wieder von den Eltern verkauft werden oder sich selbst wieder verkaufen.

Inzwischen warten Sozialarbeiter von Unicef an der Grenze, um diese Kinder sofort von der Polizei übernehmen zu können, denn Unicef hat in Poipet Zentren für solche Opfer errichtet. Die Kinder werden dort ärztlich versorgt, werden beraten und haben die Möglichkeit an Bildungszentren vermittelt zu werden, die ihnen eine Ausbildung und somit ein Ausbrechen aus dem Kreislauf ermöglichen.

Sina Vann hat sich nun des jungen Mädchens angenommen und versucht, soweit dies unter den gegebenen Bedingungen überhaupt noch möglich ist, das Mädchen auf ein „normales Leben“ vorzubereiten.

Bei Fair Planet finden sich dazu folgende Informationen: 1996 gründete Somaly Mam die Nichtregierungsorganisation AFESIP (Agir pour les femmes en situation précaire), die minderjährigen Prostituierten Schutz und Rückhalt gibt. UNICEF unterstützt diese Arbeit seit 1997, unter anderem mit Spenden aus Deutschland.

Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Am 24.November 2008 wurde ihr von Bundespräsident Horst Köhler der mit 1 Millionn Euro dotierte Roland Berger Preis für Menschenwürde überreicht. Auf Deutsch erschien von ihr das Buch “Das Schweigen der Unschuld”

©denise-a. langner-urso

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Schlüsselwörter: Kinderprostitution | Menschenhandel | Unicef | Sina Vann
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