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Google digitalisierte ungenehmigt 7 Millionen Bücher

Auch zehntausende deutscher Titel sind betroffen – Autoren und Verlage werden hintergangen

Wie die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) in einem Newsletter vom 23. Januar 2009 mitteilte, will sie gemeinsam mit dem Verband deutscher Schriftsteller in der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di (VS) und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels (Börsenverein) diesen Verlust von Bücherrechten an Google versuchen zu verhindern. Auch der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) ist mit von der Partie.

Für 125 Millionen Dollar einigte sich Google bereits im Oktober letzten Jahres in den USA mit der Authors Guild und der Assocaition of American Publishers und beendete damit den Rechtstreit um die Buch-Digitalisierung. Jetzt darf Google in den USA nahezu ungehindert Bücher digitalisieren, die nicht mehr verlegt werden, und über die eigene Seite, der Google-Buchsuche, allen Nutzern zugänglich machen. 7 Millionen Bücher, so heißt es, waren bereits von Google ungenehmigt digitalisiert worden. Dies ist nun in den USA mit der Einigung praktisch legalisiert worden.

Öffentlich stellte Google das Projekt erstmals im Oktober 2004 auf der Frankfurter Buchmesse vor. Inzwischen kooperieren (oder wollen es) viele Staats- und Universitätsbibliotheken in den USA, Großbritannien und Frankreich. Und selbst die Bayerische Staatsbibliothek München (Pflichtexemplarstelle für das Bundesland Bayern) gab bereits am 6. März 2007 die hierzu beabsichtigte Kooperation mit Google bekannt.

Gegen die Machenschaften des Google-Konzerns und damit der Umgehung deutscher Urheberrechte will die VG Wort zusammen mit den anderen genannten Verbänden jetzt vorgehen um den Autoren zu ihrem recht zu verhelfen. Nie zuvor sind ohne Genehmigung der Urheber 7 Millionen Bücher von einem kommerziellen Unternehmen zur eigenen Nutzung vervielfältigt worden. Alexander Skipis, der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, sagte dazu: „Wir werden dafür sorgen, dass es dabei in den USA nicht zu einer kalten Enteignung deutscher Rechteinhaber kommt.“ Imre Török vom Verband deutscher Schriftsteller sieht auch die soziale und ökonomische Lage der Autoren existentiell gefährdet, wie im Newsletter der VG Wort zu lesen war. Immerhin befinden sich unter den 7 Millionen ungenehmigt digitalisierten Büchern auch Zehntausende deutscher Titel.

Im Auftrag von VG Wort hat eine spezialisierte und international tätige Anwaltskanzlei ein Rechtsgutachten hierzu erstellen lassen, das die Möglichkeiten eines wirkungsvollen Handelns gegen diese Google-Machenschaft auslotet. Hieraus ergeben sich die derzeitigen Schritte, um den deutschen Rechteinhabern einen optimalen Schutz ihrer Rechte zu gewähren. Bis zum Februar soll ein Lösungsvorschlag erarbeitet und den 400.000 Autoren und Verlagen, die bei der VG Wort Mitglied sind, unterbreitet werden.

Wenn hier nun von Google ganz offiziell zum Großteil ungenehmigte Kopien von Büchern öffentlich zugänglich gemacht werden dürfen, ohne dass dies ernsthafte Konsequenzen für Google hat, dann frage ich mich: Ist der Tag vielleicht auch nicht mehr fern, an dem die asiatischen Kopierer von Markenartikeln ihre Produkte weltweit legal anbieten dürfen?

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Schlüsselwörter: Google | Raubkopien | VG Wort | Urheberrechte | Copyright
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