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Medien: Sonstiges

Poetisch kuriose Schocker (ZeitungszeugenII) gegen heutige Pressetristesse

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Zeitungszeugen zum zweiten und hoffentlich nicht zum letzten Mal. Nun hat also der Reichstag gebrannt und wird in allen Zeitungen zum Hauptthema. Alle Zeitungen unterlegen ihre Berichte auch mit Fotos. Fotos in schwarz-weiß, versteht sich. Und dennoch die Berichte sie sind durchweg etwas Besonderes und heutige Zeitungsmacher und die Schreiber können davon eine Menge lernen. Nicht, wie man Berichte zu präsentieren hat, wenn sie eine solche Bedeutung haben, nein, es ist etwas anderes nämlich die Art wie man schreibt.

Wer einmal heute im Fernsehen ein Fußballspiel sieht, der wird verstehen, denn die dortigen Kommentatoren, auch sie sind meist Schlafbacken. Schaltet man hingegen den Ton ab und hat das große Glück, dass das Ereignis im Radio übertragen wird, so kann man ein Spiel erleben, indem man mitten drin ist, denn diese Kommentatoren haben ihr Handwerk verstanden und erzeugen Kopfbilder wie das spannendste Buch. Und genau hier ist das Problem, dass heutige Zeitungsmacher haben. Sie schildern, kurz, knapp, überlassen den Rest eventuell einem Foto aber mitreißender guter Journalismus ist das nicht.

Zeitungszeugen von jenem Tag sind hingegen ein Genuss und der Presse ist dringend zu empfehlen, doch selbst einmal ein schwarz-weiß Bild einzusetzen und einen guten Erzähler den Bericht dazu formulieren zu lassen. Manchmal ist es der kleine Unterschied, der neue Leser bringt, der Unterschied anders zu sein als andere. Ein Beispiel sind auch schwarz-weiß Filme. Filme, die es leider in zu geringer Zahl gibt. Licht und Schatten und die musikalische Unterlegung, sie machen den Film, und schon nach kurzer Zeit bemerkt man gar nicht mehr, dass die Bilder nicht bunt sind.

Zeitungszeugen, beziehungsweise die Zeitungen dieser Zeit, sie hatten nur die Möglichkeit über die Sprache und Wortwahl Spannung zu erzeugen und den Leser zu fesseln, und sie sind dabei so gut, dass man meint man stünde direkt als Zuschauer am Ort des Geschehens, man fühlt. Ein Beispiel:“Ein Riesenfeuer rötete in den gestrigen Abendstunden den graubedeckten himmel in der City blutrot.“ Das ist ein Bild, indem man mittendrin steht, und schon hat man den Leser gefesselt. Reine Bildpoesie über die man vielleicht einmal nachdenken sollte.

Die weitere Analyse der Blätter zeigt, die Pressefreiheit wird eingeschränkt, Zeitungen werden verboten, man beginnt speziell die Blätter der Opposition zu verbieten, vorerst immer für Tage oder Wochen: Betroffen sind zum Beispiel. Volksblatt Spandau(SPD), Barnimer Tageblatt(SPD), Freie Presse Elbing (SPD) und Königsberger Volkszeitung (SPD).

Wieder kommt auch zu Wort der unerträgliche Goebbels, der genau unter den Verbotsmitteilungen seine Hetzmitteilung stellen kann: „Höre Hugenberg! Zwei Zeitungen genügen für Berlin.“ Und weiter unten „die Sozialdemokraten fragen nach unserem Programm. Sie sollen froh sein, daß Sie es noch nicht kennengelernt haben…Es gibt viel zu viel Zeitungen in Berlin! Zwei genügen: Der „Angriff“ und der „Völkische Beobachter!“.

Goebbels verabschiedet sich mit den Worten „Gute Nacht, Herr Hugenberg! Gute Nacht „Lokal Anzeiger“, “Tag“, “Nachtausgabe“! „Gute Nacht “DAZ“, „Deutsche Zeitung“, „Reichsbote“, „Berliner Börsenzeitung.“!

Geschichtsaufarbeitung ist wichtig und beweist die Stärke der Demokratie eines Staates, Bayern sucht das derzeit zu verhindern, indem es Medien verbieten will...Nachtigall ich hör dir trapsen...

Ansonsten findet man noch echte Kuriositäten, man liest Werbung in der Waffen zum Kauf angeboten werden, als sei das die normalste Sache der Welt.

©denise-a. langner-urso

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Schlüsselwörter: Reichstagsbrand | Zeitungszeugen | Gewaltherrschaft | Drittes Reich | DeutscheGeschichte | Reichskristallnacht | Bücherverbrennungen | Demokratie | Meinungsfreiheit | Pressefreiheit
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