Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Lokales: Lokale Nachrichten

Kongo- Überfall auf Don Bosco Zentrum

Bereits in der letzten Woche wurde in der Nacht vom 14. Zum 15. Januar das Don Bosco Zentrum in Goma von mehreren bewaffneten Männern überfallen. Die Männer überraschten Pater Firmin Kikoli und Bruder Alonso Honorato im Schlaf. Sie haben sie zusammengeschlagen und beide mussten medizinisch behandelt werden. Insgesamt arbeiten dort 5 sogenannte Patres.Und trotzdem wollen die Salesianer die Einrichtung nicht aufgeben

Es ist unklar ob der Überfall von Soldaten, Rebellen oder ganz einfachen bewaffneten Dieben verübt wurde. Die Täter plünderten alles was sie fanden und stahlen größere Bargeldmengen als auch die Computer. Das Haus wird von den Salesianern bewirtschaftet und existiert seit 1981. Untergebracht sind dort eine Schule und verschiedene Sozialdienste und Jugendeinrichtungen.

don bosco zentrum
don bosco zentrum
Das Haus arbeitete im Oktober letzten Jahres vorrübergehend an der Kapazitätsgrenze, denn 5000 Flüchtlinge hatten dort im Oktober Unterkunft gefunden. Die Flüchtlinge waren auf dem Sportplatz der Einrichtung auf dem man Notunterkünfte errichtet hatte untergebracht. Sie alle waren vor den immer blutiger werdenden Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen in das Don Bosco Zentrum geflohen.

„Bitte helfen Sie Pater Mario und seinen Mitarbeitern bei der Versorgung der notleidenden Menschen, so lautetete damals der Aufruf des Geschäftsführers, Hans-Jürgen Dörrich, von Don Bosco JUGEND DRITTE WELT e.V. Inzwischen ist die Arbeit wieder einmal erschwert, da wichtiges Material gestohlen worden ist. Es fehlt an Plastikplanen, Medikamenten, und es gibt inzwischen 66 Fälle von Cholera.

JUGEND DRITTE WELT sammelt an Direktspenden, vor allem Lebensmittel, Medikamente, Decken und Kleidung:

1 kg Bohnen kostet einen Euro

1 Sack Reis (100 kg) kostet 100 Euro

1 Sack Maismehl (50 kg) kostet 35 Euro

100 Moskitonetze kosten etwa 410 Euro

Spendenkonto 870 005, Don Bosco JUGEND DRITTE WELT,

Sparda Bank West, BLZ 370 605 90, Kennwort: AFC 07-421, Nothilfe Kongo

Die Don Bosco Mission hat ihren Sitz in Bonn und ist die deutsche Koordinationsstelle für die weltweiten Hilfsprojekte der Salesianer. Von Bonn aus wird geplant und geprüft, welche Programme in Asien, Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa gefördert und finanziell unterstützt werden können. Der Leiter der Don Bosco Mission ist Ordensbruder Jean Paul Muller SDB.

Gavin Braschi arbeitet in Goma für Don Bosco, die Stadt ist zum Zentrum für Flüchtlinge geworden. Die Einwohnerzahl hat sich auf eine halbe Million verdoppelt. Bis heute kämpfen Rebellengruppen im Umland von Goma gegeneinander und gegen die Regierungsarmee. “Wir haben in der Stadt nur keine Kämpfe, weil hier UN-Truppen stationiert sind”, sagt der junge Italiener Braschi, der für das angegliederte Zentrum der Straßenkinder zuständig ist.. Aber die Front ist nur 5 Kilometer weit entfernt und die Stadt ist quasi umzingelt.

Was wie ein Rassen- oder Stammeskonflikt aussieht, hat einen weltpolitischen, strategischen Hintergrund. Der Osten des Kongos gilt als Schatzkammer Afrikas: Kupfer, Gold, Diamanten, Mangan, Uran und Erdöl werden dort abgebaut. Der Verdacht drängt sich auf, dass hier ein Stellvertreterkrieg geführt wird: Nicht näher bekannte „global player“ hetzten die dort lebenden Völker gegeneinander auf, um sich dadurch den Zugang zu den reichen Rohstoffvorkommen zu sichern.

Besonders begehrt ist Coltan, das als gut leitendes Material in der Hightech- und der Raumfahrtindustrie benötigt wird. Mindestens achtzig Prozent aller bekannten weltweiten Reserven, etwa 60.000 Tonnen, sollen allein in der umkämpften Kivu-Provinz im Kongo lagern. Ohne Coltan gäbe es keine Handys oder andere Produkte der Unterhaltungselektronik. Vom Handel mit Coltan profitieren sowohl Rebellengruppen wie reguläre Truppenteile der kongolesischen Armee. Seit dem Zusammenbruch der Infrastrukturen im Kongo wird der Schwarzhandel mit Edelmetallen über die östlichen Nachbarstaaten Ruanda, Burundi und Uganda abgewickelt.

1,2 Millionen Menschen sind derzeit im Kongo insgesamt auf der Flucht. 17.000 UN Soldaten wurden bereits stationiert, 3100 weitere sollen zu ihnen stoßen, wie es ein UN-Resolutionsbeschluss vorsieht. Ob das allerdings ausreicht ist fraglich, denn der Kongo ist 215 ist 215-mal größer als der Kosovo, und alleine dort waren 30.000 Soldaten mehr im Einsatz. Die UN-Truppe haben die Aufgabe die Zivilbevölkerung schützen, die Rebellen zu entwaffnen, Pufferzonen zwischen den Streitparteien kontrollieren und die reguläre, desolate Regierungsarmee neu formieren.

All das sollen sie in einer Region bewältigen, in der die Infrastruktur nach Jahrzehnten der Mobutu-Diktatur von 1965–1997 inexistent ist, und nach einem Krieges mit fünf Millionen Toten von 1997–2002.

Hinzu kommt, dass der internationalen Streitmacht das Verständnis für die Region – sprachlich wie kulturell völlig fehlt. Beispiel: Uruguay sucht die Rekruten per Zeitungsannonce unter Zivilisten, die einem zweiwöchigen Crashkurs unterzogen werden, bevor man sie in den Kongo sendet. All das spricht nicht gerade für die Schlagkraft der Truppe.

Derweil arbeitet Das Don Bosco Zentrum weiter und schickt niemanden mit leerem Magen weg, der hungrig an die Tür klopft, das ist jedenfalls der Stand vom 23. Januar 2009. 1500 Menschen, darunter Kinder leben derzeit in der Einrichtung, viele von ihnen sind Waisen. Auf dem Fußballfeld der Anlage soll nun eine weitere provisorische Schule errichtet werden, denn die Kinder sind wissbegierig und das Lernen macht ihnen Spaß und lenkt sie eine Weile ab, sagt man in der Einrichtung. 52.000 Euro werden momentan im Monat benötigt um alle Menschen die derzeit dort Unterkunft gefunden haben mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

spendensiegel don bosco
spendensiegel don bosco
Hier nocheinmal ein Spendenkonto:

Don Bosco Jugend Dritte Welt e.V. Konto 870 005 Sparda Bank West BLZ 370 605 90

Don Bosco Fest 2009: 150 Jahre Einsatz für junge Menschen-Österreich feiert

1859 gründete Don Bosco die "Gesellschaft des hl. Franz von Sales". Die Don Bosco Familie, wie sie sich nennt, erinnert auch an das 75-Jahr-Jubiläum der Heiligsprechung ihres Gründers. Mit zwei Festwochen und österreichweit fast 40 Veranstaltungen begeht die Don Bosco Familie die Feiern zum Jubiläumsjahr. Höhepunkt ist das Fest am 14. Juni 2009 in Maria Puchheim/Oberösterreich sein. Die beiden Salesianerbischöfe Alois Kothgasser SDB und Ludwig Schwarz SDB werden den Festgottesdienst abhalten. „Das Anliegen Don Boscos ist heute nach wie vor lebendig“, sagt der Provinzial P. Rudolf Osanger SDB

©denise-a. langner-urso

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Kongo | Don Bosco | Goma
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
38,463,906 eindeutige Besuche