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Politik: Recht & Co.

Duisburger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Nackedeis in Kindergarten

Die „Rheinische Post“ schreibt immer noch von einem „Skandal“, die Staatsanwaltschaft in Duisburg weiß noch nicht, ob sie Anklage wegen Verletzung der Fürsorgepflicht erheben soll. Nach einer vorübergehenden Schließung der Einrichtung ist die Kindergarten-Leitung inzwischen ausgewechselt worden. Eine Provinz-Posse nimmt kein Ende und das sind die bisherigen Kapitel.

November 2008: Eine Elternversammlung ist in Geschrei untergegangen, auf dem Schreibtisch der Staatsanwaltschaft liegt ein Strafantrag, 80 von 120 Kindern gehen nicht mehr hin: Im Kindergarten von Duisburg-Walsum ist eine nackte Bombe explodiert, Jugendamtsleiter Thomas Krützberg sammelt die Trümmer ein: „Wir müssen jetzt das Vertrauen der Eltern zurück gewinnen.“

Sommer 2008: Was ist geschehen? Dies: Die Erzieherinnen ließen die Kleinen auf dem Gelände nackt herumlaufen. Einigen Kindern aber war das peinlich. Sie informierten ihre Eltern. Schon witterten einige Schweinkram, andere beschwerten sich darüber, dass sie über die Nackedeis in Krippe, Kindergarten und Hort nicht informiert worden waren. Wie dieser Vater: „Es wäre alles nicht so schlimm, wenn man uns vorher benachrichtigt hätte.“

Aufgeflogen sind die nackten Tatsachen, als eine (deutsche) Mutter ihre Kleine abholen wollte. Sie traute ihren Augen nicht. Jessica (Name geändert) hatte nichts an und um sie herum wuselten weitere nackte Kinder herum.

Danach verschanzten sich Eltern hinter Mauern aus Gerüchten, Verdächtigungen und Unverständnis für die Ansichten der anderen. Jemand meinte: „Wenn man die Kinder erzieht, indem man ihnen sagt, dass nackt sein igitti pfui ist, haben die noch mehr Spaß daran.“

Ein paar Wochen später: Der sollte eine Zeitlang im Kindergarten von Duisburg-Walsum ein wenig versteckt werden. Für die Nackedeis wurde deshalb - in Absprache mit den betroffenen Eltern - ein Extra-Raum geschaffen. Die Empörungs-Wogen glättete das aber nicht. Diese Mutter sprach für die Mehrheit: „Ich finde das gar nicht witzig. Meine Kinder sollen etwas lernen, sie sollen sich nicht erkunden.“

Wieder November 2008: So sah das auch der Jugendamtsleiter Thomas Krützberg, der früher eingeschritten wäre, wenn er gewusst hätte, was er im November 2008 wusste. Nackte Kinder gab es fortan in diesem Kindergarten nicht mehr. Ein Mitarbeiter des Jugendamtes passte auf, dass es auch so blieb. Das allerdings hielten einige für übertrieben. Wie dieser Beobachter der Szene: „Da schreien doch nur die, deren Frauen in Leggins und T-Shirt im Hallenbad rumpaddeln.“…

Januar 2009: Jetzt stellen wir uns einmal vor, die Erzieherinnen hätten - wie im Nachhinein gefordert - alle Eltern darüber informiert, dass es in ihrer Einrichtung Kinder gibt, die gern nackt herumtoben. Hätten die Kleinen dann gedurft? Wohl kaum. Auch dann wäre jene Natürlichkeit futsch gewesen, die vielen Kindern zueigen ist - bis sich Erwachsene (unanständige) Gedanken machen.

Bis heute gibt es übrigens niemanden, der den damaligen Erzieherinnen sexuellen Missbrauch vorwirft. Das wäre ein Skandal. Was derzeit in Duisburg geschieht, legt die Vermutung nahe: In dieser Stadt ist alles andere dermaßen in Ordnung, dass sich die Staatsanwaltschaft irgendwie die Zeit vertreiben muss.

Heinz-Peter Tjaden

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Schlüsselwörter: Duisburg | Duisburg-Walsum | Nackedeis | Fürsorgepflicht | Staatsanwaltschaft
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