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Politik: Welt

Sri Lanka, Krieg und Tod eines Journalisten. Wie die Regierung Gegner zum Schweigen bringt

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Am Montag wurde in Colombo ein Journalist beigesetzt, der eine Woche vorher auf dem Weg zur Arbeit auf offener Straße und am helllichten Tag erschossen worden war. Der Journalist namens Lasantha Wickrematunge war gleichzeitig auch der Herausgeber der Zeitung Sunday Leader. Immer wieder hatten er und seine Zeitung an der Regierung Sri Lankas offen Kritik geübt, die einen Krieg gegen die LTTE führt. Die LTTE (Befreiungstiger von Tamil Eelam) ist eine von 31 Staaten als terroristisch eingestufte paramilitärische Organisation, die seit für einen eigenen Staat für die tamilische Bevölkerung Sri Lankas kämpft, der Rest der Bevölkerung besteht aus Singhalesen. In den von der LTTE besetzten Gebieten Sri Lankas übt sie alleinige Regierungsgewalt aus und forciert die Abspaltung. Die Tamilen machen ca.12% der Bevölkerung aus.

Seit Monaten sind ca. 300.000 Flüchtlinge zwischen den kämpfenden Parteien eingeschlossen und es wird berichtet, sie würden von der LTTE als Schutzschilde benutzt. Auch solle die LTTE beständig selbst Jugendliche rekrutieren. Journalisten ist es verboten in die Kampfgebiete zu reisen um von dort zu berichten und schon im September 2008 hat die Regierung Sri Lankas Hilfsorganisationen der Region verwiesen. Die tamilen hingegen hatten alles versucht sie als Beobachter dort zu behalten. Nur dem Roten Kreuz wurde es erlaubt dort zu bleiben. Die Zahl der Toten ist inzwischen unbekannt.

Aus der umkämpften Zone Flüchtende würden von den Regierungstruppen in Militärcamps gebracht. Die Menschen leiden Hunger und es fehle am Notwendigsten, berichten Hilfsorganisationen.

Der Sunday Leader kritisierte jedoch nicht nur die Kämpfe der Regierung gegen die LTTE sondern er berichtete auch über Korruption in der Regierung, weshalb das Blatt sich derzeit mitten in einem Verleumdungsprozess mit dem Verteidungsminister Gotabhaya Rajapaksa befindet.

Der Mord an dem Herausgeber lässt Proteste laut werden, die sich gegen die Regierung und ihren Umgang mit Systemkritikern befassen und die laut den Umgang mit Journalisten und wie diese zum Schweigen gebracht werden anprangern.

Erst im Juni 2008 war in Sri Lanka ein Kabinettsunterausschuss für Beschwerden von Journalisten eingerichtet worden. Heute ist er fast vergessen, denn Niemand weiß, ob er überhaupt noch existiert, wie man ihn erreichen kann, was er tut, oder ob er überhaupt jemals Empfehlungen abgegeben hat zum Schutz von Journalisten. Der Ausschuss war eingerichtet worden, weil es immer wieder Behinderungen und Bedrohungen von Journalisten gegeben hatte.

Bereits am 7.1.2009 war es in Sri Lanka auch zu einem Brandanschlag auf einen Fernsehsender in Sri Lanka gekommen, der dabei vollständig verwüstet wurde. Dem privaten Sender hatte man vorgeworfen nicht ausführlich über Siege der Regierungstruppen gegen die Tamilen berichtet zu haben.

Bürgerrechtler sehen darin den Grund für den Anschlag. Inzwischen haben sich viele Journalisten einer strengen Selbstzensur unterworfen oder sind ins Ausland geflüchtet und haben dort Asyl beantragt, weil es immer wieder zu Übergriffen kommt und man ihnen stets eine unpatriotische Berichterstattung vorwirft.

Der für die Medienaufsicht zuständige Minister Anura Yapa sagte zwar, die Regierung verurteile solche Angriffe und man werde sie genauestens untersuchen, daran glaubt jedoch in Sri Lanka inzwischen kaum noch ein Journalist. Man wird eine Regierungsbeteiligung vielleicht nie beweisen können, und so bleiben viele Fragen offen und ungeklärt, denn die Täter werden stets nur als bewaffnete Männer beschrieben.

Quellen:

http://www.faz.ne...googlefeed

http://de.globalv...ne-fragen/

http://www.fr-onl...insel.html

Junge Welt

©denise-a. langner-urso

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Schlüsselwörter: Sri Lanka | LTTE | Rebellen | Tod eines Journalisten
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