Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Lokales: Lokale Nachrichten

Zimbabwe: Fall Mukoko,Folter,Geständniserpressung, Inhaftierung zweijähriger

http://globalvoicesonline.org
http://globalvoicesonline.org
Es ist ein Drama, was sich derzeit abspielt im berüchtigtsten Gefängnis von Simbabwe. Betroffen von den Geschehnissen dort ist die Menschenrechtlerin Jestina Mukoko, die Direktorin des Zimbabwe Peace Project, die bereits am 3. Dezember 2008 von etwa 15 bewaffneten Männern vor den Augen ihres 17 jährigen Sohnes aus ihrem Haus in der Nähe von Harare entführt wurde, die sich als Polizisten ausgaben. Länger vor ihr wurde bereits das Elternpaar Mutemagau gemeinsam mit ihrem jüngsten zweijährigen Sohn verhaftet, der sich seit diesem Tag mit seinen Eltern in Haft befindet, und der immer wieder vor den Augen seiner Mutter von den Angehörigen der Aufsicht verprügelt wird, um ihr Geständnisse abzuringen, auch genügend Lebensmittel gibt es nicht, das Kind benötige derweil dringend medizinische Behandlung, wie Anwälte verlauten lassen, bei deren Besuchen immer ein Sicherheitsbeamter zugegen ist. Verwandte dürfen die Familie weder besuchen, und auch die Weitergabe von Lebensmitteln wird untersagt.

Das Zimbabwe Peace Project existiert seit 2000 und ist eine Organisation, die finanziell unterstützt wird von der niederländischen und der kanadischen Regierung. Das Projekt sammelt beweise gegen das Regime von Robert Mugabe und baut gleichzeitig an einem Netzwerk von Menschenrechtsaktivisten. Es dokumentiert gewalttätige Übergriffe der Polizei und auch Menschenrechtsverletzungen. Die Polizei behauptet seitdem, Jestina Mukoko befände sich nicht in Haft.

Am Tag nach der Verhaftung Frau Mokokos wurden auch die Menschenrechtsaktivisten Zacharia Nkomo, Brodrick Takawira, Pascal Gonzo und Gandhi Mudzwinga in ähnlicher Weise verhaftet. Die Vorgehensweise der Verhaftungen weist auf Mitarbeiter des simbabwischen Geheimdienstes CIO hin.

Mehrere Organisationen wie auch die Heinrich Böll Stiftung setzt sich seitdem mit diversen anderen nationalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen für die Freilassung Mukokos ein.

Am 25. Dezember 2008 schließlich musste sich Mukoko vor einem Gericht zur Anklageerhebung erscheinen, der Vorwurf lautete auf Versuch der Rekrutierung von Aufständlern zum Regierungssturz. Mukoko befindet sich derzeit wahrscheinlich im Chikurubi Hochsicherheitsgefängnis, in dem auch 16 weitere Menschenrechtler inhaftiert sein sollen. Die Anwälte sind besorgt, da Frau Mukoko zwangsweise von den Gefängnisärzten Medikamente verabreicht werden, wohingegen jedoch Folterspuren nicht behandelt würden. Die Anwälte befürchten, ihre Mandantin könne vergiftet werden.

Die Richter sind derweil nicht bereit Mukoko in einem Krankenhaus behandeln zu lassen, die nach eigenen Aussagen und nach Aussagen ihrer Anwälte wiederholt misshandelt wurde, während sie fast nackt auf Grobkies über Stunden knien musste und von betrunkenen Aufsehen geprügelt wurde. Die Untersuchungen seien nicht abgeschlossen, wie der vorsitzende Richter verlauten lies. Inzwischen jedoch wurde vom Oberen Gericht anderes befunden und dennoch kam die Polizei nicht der Auflage nach, Frau Mukoko in einem Krankenhaus untersuchen zu lassen.

Am 5.Januar 2009 schließlich befand erneut ein Richter des Oberen Gerichts (High Court) dass die Polizei die Anordnungen des Gerichts aus dem früheren Urteil zu befolgen habe und somit verpflichtet ist, Jestina Mukoko, Broderick Takawira und die anderen MDC-AktivistInnen aufgrund des Vorwurfs der Folter während ihrer Haft für eine medizinische Untersuchung und Behandlung in ein Krankenhaus zu bringen. Bisher ist die Polizei dieser Anordnung nicht nachgekommen.

©denise-a. langner-urso

Quellen: Amnesty International,Heinrich Böll Stiftung

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Simbabwe | Folter | Amnesty International | Heinrich Böll Stiftung
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.04 Sekunden
38,488,976 eindeutige Besuche