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Politik: Soziales & Bildung

Ehemalige Heimkinder: Was hat "Röschen" Albrecht Ursula von der Leyen da eingebrockt?

Mitglieder des Petitionsausschusses kritisieren die Bundesfamilienministerin, ehemalige Heimkinder fordern im Internet den Rücktritt von Ursula von der Leyen. Die 50-Jährige hat sich mit ihren Äußerungen zu den Themen „Runder Tisch“ und „Misshandlungen in kirchlichen und staatlichen Kinderheimen“ gehörig in die sozialpolitischen Nesseln gesetzt.

Doch das ist nicht weiter verwunderlich, denn Politik hat „Röschen“ Albrecht schon als Kind unter dem Schreibtisch ihres Vaters spielend gelernt. Dann wurde aus dem „Röschen“ eine Rose - und die sind bekanntlich stachelig.

Wie aus dem Nichts tauchte Ursula von der Leyen aus einem Dorf in der Region Hannover auf, eroberte als Landtagskandidatin der CDU mühelos ihren Wahlkreis, machte Landespolitik und schnell Bundespolitik. Dabei hatte sie den Blick fast schon starr gerichtet auf: die Mittel- und Oberschicht.

Die da unten sah sie nur selten. In dieser Hinsicht glich sie öffentlich eher ihrem Vater als ihrer Mutter, die ohne viel Aufhebens soziale Einrichtungen unterstützte, geduldig an der Supermarktkasse in Burgdorf bei Hannover stand und sich nach dem Einkauf um MS-Kranke kümmerte.

Ob die Bundesfamilienministerin gestern in Burgdorf vor dem Fernseher gesessen und die Sendung „Menschen und Schlagzeilen“ gesehen hat, ist fraglich. Denn Schlagzeilen machte im NDR-Fernsehen nicht sie, sondern die evangelische Landesbischöfin von Hannover, Margot Käßmann, die um schlimme Zustände in kirchlichen Heimen in den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren nicht herumredete. Sie schäme sich dafür, sagte die Landesbischöfin, und: „Kinder wurden wirklich auch gebrochen.“

Doch derart gebrochen sind nicht alle ehemaligen Heimkinder, dass sie sich nicht wehren können, wenn Ursula von der Leyen die Aufarbeitung der Kinderheim-Geschichte torpedieren will, bevor sie begonnen hat. Aber vielleicht läuft es ja bei ihr wie bei der CDU heute bei den Stasi-Akten. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich erfreut darüber, dass diese Akten nicht vernichtet worden sind. Genau das aber hatten Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble dermaleinst vor…

Heinz-Peter Tjaden

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Schlüsselwörter: Kinderheime | Heimkinder | Runder Tisch | Ursula von der Leyen | Röschen Albrecht | Margot Käßmann | Misshandlungen | Stasi-Akten | Helmut Kohl | Wolfgang Schäuble
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Kommentare

Helmut Jacob
am 22.01.2009 00:11:58 (89.245.177.xxx) Link Kommentar melden
Wo beginnt das Schamgefühl eines Menschen und wo hört es auf? Diese moralische Frage, die sich jeder mal stellen sollte, muß in diesen Tagen Ministerin Ursula von der Leyen beantworten. Ihre Absichten sind nicht nur unerträglich, sondern geradezu unanständig. Sie stellen eine weitere Mißhandlung ehemaliger Kinder und Jugendlicher - nunmehr offiziell seitens der Bundesregierung - dar, die bereits zwischen 1945 und 1980 unter unermesslichen Verbrechen gelitten haben.

Von der Leyen versucht, berechtigte Entschädigungsforderungen von Heimkinder, die vergewaltigt, die zusammengeschlagen und denen die Knochen gebrochen wurden, die oft über Wochen in Dunkel- und Isolationshaft leben mußten, die oft rund um die Uhr psychischem Terror ausgesetzt waren, denen man Bildung oder Ausbildung versagt, die man zur Zwangsarbeit ins Moor geprügelt hat, abzuwimmeln.

Viele dieser ehemaligen Kinder und Jugendlichen, darunter auch körperbehinderte und/oder geistigbehinderte, sind heute Wracks. Ihr Leben wäre völlig anders verlaufen, wären sie nicht in die Fänge von Kirche, Staat und Fürsorge geraten. Dabei haben alle Aufsichtsorgane in ihrer Aufsichtspflicht versagt und damit diese Verbrechen gefördert. Hier hat die Gesellschaft eine Schuld auf sich geladen, die erst in den letzten 3 und in den kommen 10 Jahren im vollem Ausmaße sichtbar wird. Viele Geschundene trauten sich 40, 50 Jahre nicht, über ihr Leiden zu sprechen, weil man sie oft - übrigens auch von staatlichen Stellen - als Lügner diffamierte und dies heute noch tut.

Die Forderungen der Opfer sind völlig berechtigt: Aufrichtige Entschuldigung, Entschädigung für Zwangsarbeiten, Nachzahlung der unterschlagenen Rentenbeiträge, Taschengelder, Bekleidungsbeihilfen und eine Entschädigung für ihr verpfuschtes Leben. Mit ihren verabscheuungswürdigen Absichten
spielt Von der Leyen den Folterknechten und ihren Rechtsnachfolgern in die Hände, die sich schamlos wieder aus der Deckung trauen und frech behaupten: So schlimm war es alles nicht.

Soll unser Land nicht endgültig zur Bananenrepublik verkommen, dann Frau Bundeskanzlerin, pfeifen Sie diese Frau energisch zurück.
Helmut Jacob

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