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Politik: Welt

In New York wird ein anderes Kapitel von Macht und Tod geschrieben.

Reichtum schützt nicht vor Einsamkeit und Diskrimierung.

Die neoliberale Schule und ihre Apologeten haben den Imperialismus in den 80 Jahre der Welt als ein Problem der Globalisierung verkauft. Als die Nomenklatura unterging, war nicht nur den neuen Zaren die Finanzwelt Tür und Tor geöffnet, sondern in den alten Demokratien haben sich die Herrscher über Geld und Macht ein persönliches Netzwerk gesponnen, das dem der Familie Merckle* ähnlich war. Nicht irgendwelche Hedgefondsmanager auf den Bahamas haben die Blasen an den Börsen produziert, sondern unter anderem auch eine gestandene Persönlichkeiten wie der Familienpatriarch Merckle oder eben ein Wedekind. Wenn es um Macht und Geld geht, gelten andere Spielregeln, als wenn Beamte und Politiker Landesbanken ruinieren.

Merckle ist an dieser Grausamkeit der persönlichen Diffamierung genauso gescheitert wie der französische Milliardär Thierry Magon de la Villehuchet** im Madoff-Sumpf. Merckle hat sich vor einen Zug geworfen, Thierry Magon nahm, sich das Leben auf fast eben so grausame Weise, er hat sich die Pulsadern aufgeschnitten. Merkmale, die auf einen Kurzschlussreaktion hinweisen, denn heute kann man weniger grausam aus dem Leben scheiden. Doch offenbar nicht, wenn man in der „Winner or Loser“ Gesellschaft es zu Ehren und Ansehen gebracht hat.***

Im Fall des französischen Milliardärs lässt sich das Prinzip der internationalen wie persönlichen Netzwerke genauso gut analysieren, als auch die des Unternehmers Merckle. Am Anfang der Kette wird eine Strategie festgelegt, dann das Umsetzen dieser in den Machtzentralen und fast immer der Erfolg. Bleibt der Erfolg jedoch einmal aus, folgt die Diffamierung im Rudel durch die Neider und Piefkes. Im Falle Merckle war es wohl die „Abzockerkampagne“, etwas was einen wundert, wenn plötzlich aus einem angesehenen Unternehmer ein Zocker wird. Und die Neider und Hetzer aus Politik, Presse und Wirtschaft im Hintergrund sich wundern, warum plötzlich der gestandene Patriarch auch eine menschliche Seite hat, Gefühle zeigt und Kränkungen nicht verkraften kann. Scheinbar hat man noch nie was in den dumpfen Kreisen der Neider, Piefkes und Ehrabschneider von Stigmatisierung gehört. Mobbingopfer kennen das zu Genüge.

Im Fall des französischen Milliardärs Thierry Magon de la Villehuchet und Mitbegründer des Fonds Access International kommt noch hinzu, dass er im Strudel eines „Blenders“ namens Bernard L. Madoff unterging. Der ehemalige leider der Nasdaq, der Börse für Technologiepapiere an der Wall-Street hat mit einem Schneeballsystem einen der größten Hedgefonds aufgelegt, dem selbst die angesehnen Schweizer Bänker auf den Leim gingen.**** Hat man im Falle des überraschenden Todes von Alex Widmer, Chef der Schweizer Privatbank Julius Bär***** noch über die Ursache den Teppich der Geheimhaltung ausgebreitet, dürfte mit der aktuellen Entwicklung damit wohl das Geheimnis gelüftet sein. Wenn der Schneeballexperte und das Finanzgenie Bernard L. Madoff selbst Stiftungen zum Einsturz bringen kann, dann erkennt man annährend, in welcher Dimension die Finanzkrise die Welt in Brandt gesetzt hat. Stiftungen waren bisher immer der Rettungsanker vieler Familiendynastien, wie Beispielsweise die von Robert Bosch, um sein Lebenswerk zu schützen und aus dem Strudel der immer wiederkehrenden Krisen der Finanz- und Produktionswelt heraus zu halten.

Was bitte soll nun daran eine neue Sozialpartnerschaft sein, die Merkel und Köhler fast krankhaft zu etablieren versuchen? Es wäre im Falle von Merckle mal interessant zu erfahren, wie viele Schecks die Parteien von ihm erhalten haben und welche das Parteien das über 40 Jahre lang waren. Doch wo waren diese Netzwerker aus den Parteizentralen, als es darum ging, nicht weg zu Schauen, wenn die Hetz- und Neidkampagnen einsetzen. Im Falle Merckle waren das wohl Beleidigungen wie „Pfenningfuchser“, „Abzocker“ und aus einem Oldtimer wird dann plötzlich ein „alter und klappriger Mercedes“*. Es mag für die Weltanschauung der Piefkes keinen Sinn ergeben, wenn sich der deutsche Milliardär Merckle das Leben genommen hat, doch wer sich mir der Würde eines Menschen beschäftigt, der kann vieles nachvollziehen, ob er nun arm oder reich ist, was in diesem Unternehmer etwa Tage vor seinem Tode vorgegangen ist. Seltsam, dass viele im Land von Freud, Einstein und Goethe immer erst nach dem Tod verstehen, was ein Leben in Würde überhaupt ist. Insbesondere unsere Politiker scheinen damit erheblich Probleme zu haben, was wir aus dem Umgang mit Mobbing und Korruption ja schon kennen, wenn es um Artikel 1 des GG geht, die Würde des Menschen ist unantastbar. Und wenn diese Würde erst einmal zerstört ist, dann sehen wir gerade in der Finanzkrise die Folgen in voller menschlicher Tragödie. Erinnert sei hier auch an den Fall Sodenkamp, der in Berlin mit mehreren Schüssen hingerichtet worden ist.****** Doch ändern, was solch sich schon ändern in einem Land, in dem ein Adolf Hitler die macht per Wahlurne bekam oder ein Erich Mielke ein Netzwerk namens Stasi aufbauen konnte, dessen Mitläuferinnen und Mitläufer, tätig unter dem Begriff IM heute teilweise in vorderster Front der Piefkekultur sitzen?

* http://nachrichte...7721762512

** http://www.spiege...17,00.html

***http://www.spin.d...503/-/2344

****http://www.ftd.de...54106.html

***** http://www.online...rticle/967

******http://www.flensb...erlin.html

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Kommentare

am 09.01.2009 04:40:18 (217.83.87.xxx) Link Kommentar melden
Sorry, soll Diskriminierung und nicht Diskrimierung heißen.
am 09.01.2009 04:42:36 (217.83.87.xxx) Link Kommentar melden
Und noch ein Fehker, soll Pfennig statt Pfenning heißen. Man geht in sich und wird besser.
Rudolf Homann
am 09.01.2009 10:01:01 (91.39.106.xxx) Link Kommentar melden
Wenn nun auch die Protagonisten einer Ökonomie, die sich längst zur allumfassenden Deutungsmacht und damit zur Megaphilsophie unserer Zeit aufgeschwungen hat, eben dieser Entwicklung zum Opfer fallen, ist dem eine gewisse innere Logik nicht abzusprechen. Die Ökonomie kennt keine moralischen oder ethischen Kriterien. Sie reduziert den Menschen auf seine Funktion als Produzent oder Käufer von Waren und Dienstleistungen. Menschenwürde hat da keinen Platz. Selbst antikapitalistische Kritik lässt sich zurzeit prima vermarkten. Der Londoner City-Boy hat es vorgemacht. Politische Parteien sind selber mehr oder weniger zu Marken geworden, die sich im Wettbewerb bewähren müssen. Der politische Kampfbegriff der Neidgesellschaft wurde von denjenigen Mitmenschen erfunden, die diese Verhältnisse geschaffen haben und sie zementieren wollen. Und vergessen wir bei allem gebotenen Mitleid mit den einigen Merckles dieser Welt nicht die vielen Menschen, die nie eine Chance hatten, Mitläufer dieser gnadenlosen Geschichte zu werden und ihr doch täglich zum Opfer fallen.

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