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Medien: SonstigesGeschichten die der Wind erzählt: 1. Fortsetzung

Aber, sie käme nicht vor neun, das hatte ihm die Mutter gesagt, weil erst dann die Kinder schliefen. Der nächste Schlag gegen sein Fenster war so laut, dass er ganz schnell die Decke zur Seite stieß, so schnell er konnte zur Tür lief, denn nun hatte er wirklich Angst, nichts wie weg, dachte er. Die Stärke des Windes hatte so sehr zu genommen, dass sich der Klang der schleifenden Äste, der sich zuerst wie das Rascheln der Zeitung seines Vaters angehört hatte, nun in das laute Kratzen der Harke verwandelt hatte, mit dem seine Mutter das Laub zusammenfegte. Und diesen Klang mochte Jeffrey überhaupt nicht.
Er stieg so schnell er konnte die Treppe zum Wohnzimmer hinunter, wo, wie er wusste, die Eltern vor dem Kamin saßen. „ Mum, Mum, ich habe Angst“, jammerte er recht hilflos, und das kam sonst so gut wie nie vor. Erschrocken drehten sich die beiden Erwachsenen gleichzeitig um, und dann ertönte ein gemeinsames -“ wie, du hast Angst?“. „ Der Wind ist so laut, ich fürchte mich vor dem Wind, “ entgegnete er, wobei er auf halber Treppe stehen blieb.
„ Na, dann komm mal her“, sagte die Mutter, wobei sie ihm einen Platz zwischen sich und dem Vater unter der Decke, die die beiden bedeckte anbot. „ Komm mal her“, wiederholte sie, “ „ich werde dir jetzt mal etwas erzählen.“ Und schon hatte sie ihre Arme ausgestreckt, und zog ihn zu sich auf das Sofa. Gemütlich war es so zwischen ihnen eingekuschelt vor dem Kamin zu sitzen, in dem die Flammen einen Freudentanz aufzuführen schienen, und ganz weit hinten im Kamin, wo die Wand ganz schwarz war vom Ruß, blitzten kleine Sternenfunken auf.
„Weißt du,“ sagte sie,“ du musst keine Angst vor dem Wind haben, es sind nur Geschichten, die er den kleinen Kindern gern erzählen möchte, Geschichten vom vergangenen Sommer, vom kommenden Herbst, von all den Pflanzen und Tieren, die er getroffen hat, und mit denen er gemeinsame Abenteuer erlebt hat.“
Da sein Vater zustimmend lächelte und mit dem Kopf nickte, musste es wohl wahr sein, was seine Mutter ihm soeben erzählt hatte, und Geschichten liebte er, weil sie ihn stets etwas Neues lehrten und fast immer sehr spannend waren.
Der kleine Kerl war in der Zwischenzeit auch schon so müde geworden, dass er die Zahnfee ganz vergessen hatte, und eigentlich nur noch in sein Bettchen wollte, um zu schlafen. „Mum, jetzt ist der Wind gar nicht mehr so laut wie vorhin, ich glaube, er ist nicht mehr zu hören, jetzt habe ich ihn ganz bestimmt verjagt.“
„Dann werde ich dich jetzt in dein Bett bringen“, sagte die Mutter leise, während sie ihm über das blonde Köpfchen strich, „hast du nun keine Angst mehr?“ „Nein“, antwortete Jeffrey, „ ich geh alleine, der Wind muss nicht unbedingt wissen, dass ich mich vor ihm gefürchtet habe, wenn er mir doch nur etwas Schönes erzählen wollte.“
Fortsetzung folgt
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