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Sonstiges: Poesie

Zur Guten Nacht: Warum die schwarzen Schwäne trauern

Schwan
Schwan
Es gab vor langer Zeit eine Insel, deren Name den Menschen noch heute bekannt ist. Diese Insel suchen sie, seit sie von ihr gehört haben. Nur hat man sie bis heute noch nicht gefunden, und vielleicht ist es ja auch nur eine Legende. Auf alle Fälle wird ihr Name mit Atlantis angegeben, und das war, erzählen es der Wind und die Wellen, die Heimat der schwarzen Schwäne. Zu dieser Zeit waren die Schwäne wunderschön bunt gefärbt, gerade so, als ob sie Paradiesvögel wären.

Atlantis war ein wunderschöner Ort, an dem fast immer die Sonne schien, wo die schönsten Blumen blühten, und wo niemand Hunger leiden musste. Es gab wunderschöne Seen, die in schattigen Birkenwäldern umgeben von schneebedeckten Bergen lagen, und saftig grüne Wiesen, auf denen immer die prachtvollsten Blumen blühten. Den Rand der Insel umgab ein weißer Sandstrand, der mit kleinen Edelsteinchen übersät war, und das Meer war so wunderbar klar, wie es ein Spiegel nie hätte sein können. Aber nicht nur die Schwäne waren hier zu Hause, sondern die Insel wurde auch noch von hässlichen Gnomen bewohnt, die eigentlich recht friedlich miteinander lebten. Irgendwann strandete aber an eben diesem wunderschönen Ort ein Schiff, und die Menschen, die es verließen erkannten natürlich sofort den Wert der umher liegenden Edelsteine. Die Gnome sahen ihre Chance gekommen, und begannen mit den Fremden einen regen Handel.

Aber, wie das nun einmal so ist, wurden die Steine immer weniger und damit natürlich immer teurer, denn wenn es eine bestimmte Sache nur in beschränktem Maße gibt, so wird sie sehr wertvoll, weil jeder diese Kostbarkeit besitzen möchte. Die Gnome und Menschen beschränkten sich nicht mehr nur darauf, die Steine am Strand zu suchen, nein, sie begannen die ganze Insel umzugraben und zerstörten so immer mehr die wunderschöne Gegend. Lange hätte es nicht mehr gedauert, und sie hätten auf ihrer Suche den See der Schwäne erreicht. Es hinderte sie eigentlich nur noch eine kleine Gebirgskette, die den See völlig umgab.

Die Berge aber waren zu steil, um sie zu ersteigen, und so begannen die Menschen, einen Tunnel durch sie hindurch zu graben. Niemand konnte ahnen, welches Unglück sie dadurch hinauf beschworen. Tief im innern des Gebirges schlief nämlich tief und fest die Hüterin aller schönen Dinge, eine Fee, die sich dorthin mit dem schönsten, was es auf der Welt gab zurückgezogen hatte. Und das schönste waren die Träume der Menschen und Tiere, und diese durften keines falls gestört werden.

Durch das beständige Hämmern erwachte natürlich die Hüterin der Träume, und wurde sehr ärgerlich, denn der schlaf der Menschen und Tiere wurde unruhig und sie bekamen Alpträume. Die Aufgabe der Fee war es aber, dafür zu sorgen, das die guten Menschen und natürlich Kinder von schönen Dingen träumten und am Morgen froh und ausgeschlafen erwachten. Diese Störungen konnte und wollte sie keines falls dulden. Zuerst versuchte sie die Eindringlinge durch Schneelawinen zu erschrecken, aber das half nichts. Dann ließ sie Steinlawinen losgehen, aber auch diese erschreckten die gierigen Sucher nur kurze Zeit. Blitz, Donner und Regengüsse hielten sie ebenso wenig ab wie die immer wieder einstürzenden Tunnel. Und so beschloss sie das ehemals wunderschöne Atlantis für immer im Meer zu versenken, damit die guten Menschen und ihre Kinder wieder von schönen Dingen träumen konnten. Sie begab sich also zum See der Schwäne, um ihnen über ihren Plan zu berichten, denn natürlich wollte sie ihnen kein Leid zu fügen. In tiefer Trauer verabschiedeten sich die Schwäne mit einem wunderschönen Schwanengesang von ihrer Heimat. Aus Trauer verfärbte sich ihr Federkleid schwarz, und als sie sich majestätisch aus dem See erhoben, um sich eine neue Heimat zu suchen, versank das einmal so wunderschöne Atlantis für immer unter ihnen im Meer.

Da die gierigen Edelsteinsucher mit der Insel versanken, konnte niemand mehr berichten, wo Atlantis einmal lag. Nur die schwarzen Schwäne singen wenn sie sterben ein letztes Mal von ihrer wunderschönen Heimat. Aber da wir ihre Sprache nicht verstehen können, werden wir wohl das untergegangene Atlantis nie finden, und das ist auch gut so.

©denise-a. langner-urso

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Schlüsselwörter: Märchen | Sagen | Vermischtes | Kinder
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