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Politik: Politische Meinung

„Deutsche Republik Münchhausen“, ein gescheitertes Experiment Kapitel 4

CDU/CSUEntwicklung der Neoliberalismuspartei-Wählerbetrug auf dem Weg zur Mehrparteienlüge

Foto pixelio.de
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Interessant wird die Mehrparteienlüge wenn man die so genannten großen Volksparteien einmal genauer betrachtet. Die CDU der Bundesrepublik vertrat eigentlich stets eine Klientel, die dem was man als gutbürgerlich bezeichnen würde. Die Partei sorgte sich überwiegend um Wähler die aus dem Beamtenbereich kam oder die in höheren Angestelltenbereichen tätig war. Meist handelte es sich bei diesen Menschen um solche die in geordneten Familienverhältnissen lebten wie sie in der Nachkriegszeit wieder entstanden, also die „normale“ Familie aus Vater, Mutter und Kindern die am Sonntag sich auch in den Kirchen Deutschlands einfand und in der meist der Familienvorstand also der Vater für den Broterwerb sorgte. Die CSU war eine Schwesterpartei auf regionaler Ebene, überwiegend in Bayern vertreten und dort gewählt.

Durch die Abschaffung und Reduzierung von Angestellten- und Beamtenverhältnissen und durch den fortschreitenden Aufbau einer Beschäftigungsform die die Menschen vermehrt in unsichere Beschäftigungsverhältnisse abdrängte und ausgliederte kam es langsam dazu, dass sich die Wählerschaft der Partei änderte. Hinzu kam die gleichzeitige Reduzierung dessen was in früheren Zeiten als die „Normalfamilie“ bezeichnet worden war. Vermehrt entstanden Kleinstfamilien die entweder aus der Mutter oder dem Vater und Kindern bestanden und bestehen, ja die Zahl solcher Kleinstfamilien nimmt schneller zu als je zuvor.

Durch diesen Wandel kam es dazu, dass der frühere Ehepartner der nicht mit der Kindererziehung befasst war wesentlich besser verdiente als der der sich weiterhin um die Kinder kümmerte. Dem Zerfall hinkte die Gesetzgebung hinterher, was zu einer Bevorzugung des meist männlichen Parts führte und zu einer Benachteiligung der zurückgebliebenen Restfamilie. Der nicht mit der Erziehung befasste Ehepartner war wirtschaftlich deutlich besser gestellt und konnte somit auch problemlos eine neue Familie gründen.

Die Gesetzgebung ändert sich anders als in anderen Staaten nur schleppend und bis heute stehen solche Restfamilien noch immer wesentlich schlechter da als der, der aus dieser ausbrechen konnte oder musste. Die Stammfamilien leben bis heute nach wie vor in relativer Armut, da es dem der sie verlassen hat ein Leichtes ist, gerichtlich angeordneten finanziellen Ausgleich zu umgehen.

Der Zerfall der „Normalfamilie“ war jedoch nicht das einzige Problem, denn der besser gebildete Nachwuchs der Kriegsgeneration nutzte die Freizügigkeit, die die Pille mit sich brachte und lehnte das gültige Familienbild vermehrt ab. Diese Generation wuchs auf in einer Zeit in der die Frauenbewegung um neue Rechte stritt und war selbstbewusster als die Elterngeneration.

Der Beruf stand nun auch für Frauen im Vordergrund, und sie wollten nicht riskieren diesen in einer Ehe mit Kindern aufgeben zu müssen, wie es die Gesellschaft bis heute erwartet. Es ist Tatsache, dass eine arbeitende Mutter, ob man es nun sehen mag oder nicht sowohl an den Schulen als auch in der Nachbarschaft oder im Berufsleben unter der Hand als Rabenmutter abgestempelt wird solange sie verheiratet ist. Ist sie dies nicht und allein- erziehend wird ihr allenfalls Mitleid aber dennoch von der Gesellschaft wenig Verständnis entgegengebracht. Für Arbeitgeber ist sie im Allgemeinen ein „Ausfallrisiko“, denn ihr stehen auch im Falle der Erkrankung der Kinder freie Tage zu. Vermehrt entstanden in dieser Zeit Singlefamilien. Man lebte alleine mit Kind oder ohne. Ehescheidungen nahmen ebenfalls zu, denn Familien leben umso enger zusammen je schlechter die Arbeitsmarktlage und die Verdienste sind, sie rücken auch in Kriegszeiten enger zusammen, aber in wirtschaftlich gesicherten Zeiten zerfallen sie vermehrt.

Durch diese gesellschaftliche Entwicklung änderte sich die Zusammensetzung der Mitglieder der CDU ebenso wie ihre Wähler. Die CDU wurde vermehrt zu einem Sammelbecken der Besserverdiener mit und ohne Familienanhang denen es möglich war dem heutigen Mittelstand an zu gehören. Die CDU war zu einer Wirtschaftspartei geworden, deren Mitglieder die Raubtiermentalität einer entfesselten globalisierten freien Marktwirtschaft forderten. Die Partei vertrat mehr oder weniger unbeabsichtigt vermehrt Ziele die man als Neoliberalismus bezeichnet.

Die CDU verriet dabei viele ihrer Wähler konnte dies jedoch durch den Bedarf an der Neuausrichtung der Wirtschaft wieder so gut wie auffangen. Die Partei hat es dabei auch bewerkstelligt bestimmte Wertevorstellungen die die gealterte Ursprungsgeneration hatte zu erhalten. In einem unwirklichen Spagat hat sie so Altklientel und Neubedarf miteinander vereint. Heute findet sie ihre Berechtigung wieder, da in Zeiten einer großen Weltwirtschaftskrise alte Werte einer anderen Generation eine ungeahnte Renaissance erleben und neu entdeckt werden.

Die CDU dürfte eine Partei sein, die am Ende das Zuviel- Parteiensystem überleben dürfte. Die Grünen und die FDP sind sich so ähnlich, dass sie eigentlich in einer Partei aufgehen könnten, sofern sie es wollen und erkennen. Wohin zu viele kleine Splitterparteien führen, das hat die Weimarer Republik gelehrt. Wir sind somit vorerst also inzwischen bei erst zwei „gerechtfertigten“ Parteien angelangt obwohl wir angeblich die bundesweite Wahlmöglichkeit unter drei/vier völlig verschiedenen Parteien haben sollen, die teuer vom Steuerzahler finanziert sind von denen es aber eigentlich nur zwei geben dürfte.

Dies ist ein einmaliger Vorgang und offener Betrug der Steuerzahler und Wähler der Bundesrepublik, und wir sind mit der Betrachtung der Parteien noch nicht einmal am Ende, denn es fehlt noch die Darstellung der SPD und ihre Gegenüberstellung zur Linken. Diese Gegenüberstellung findet im nächsten Kapitel statt.

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Schlüsselwörter: Politik | Gesellschaft | Kultur | Parteien | CDU
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