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Lokales: Sonstiges

Disput zwischen Indien und Bangladesh wegen Mausoleumsnachbau

Die Inder sind stinksauer: In Bangladesh wurde das weltbekannte Taj Mahal kopiert

Foto: Paul Boden, Archiv Siam-Journal
Foto: Paul Boden, Archiv Siam-Journal
Kaum beruhigen sich die Schlagzeilen um den Terrorakt und die Geiselnahme im Taj Mahal Hotel in Bombay, wonach Indien prompt wieder einmal mehr seinen Erzrivalen und Nachbarn Pakistan beschuldigte, dass die Terroristen von dort gekommen seien, sorgt nun der Nachbarstaat Bangladesh für neuen Zündstoff in der indischen Bevölkerung. Dort entstand eine zig Millionen Euro teure Kopie des weltbekannten Taj Mahal Mausoleums.

Das Taj Mahal (gesprochen: Tadsch Mahal) ist ein einzigartiges, großes Grabmal aus Marmor. In seiner Bedeutung kommt es fast den Pyramiden der Pharaonen in Ägypten gleich. Errichten ließ es im Jahre 1631 (Baubeginn, Fertigstellung um 1648) der Großmogul Schah Dschahan für seine Frau Arjamandbanu Begam (Mumtaz-i Mahal), die in diesem Jahr bei der Geburt ihres 14. Kindes gestorben war. Es wurde zu einer wahren Meisterleistung indo-islamischer Baukunst. Nach seinem Tod im Jahre 1666 wurde auch Schah Dschahan im Taj Mahal bestattet.

Das Bauwerk hat 22 Kuppeln und ist von vier, quadratisch angelegten, 40 Meter hohen Minaretten umgeben. Zum Gelände gehört ein rund 18 Hektar großer Garten, der symbolhaft das göttliche Paradies auf Erden darstellen soll. Heute gilt das im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh gelegene Taj Mahal als märchenhaftes Symbol für den gesamten indischen Subkontinent. Bereits im Jahre 1983 wurde es von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Und ausgerechnet dieses bedeutende indische Bauwerk baute nun der Filmemacher und Millionär Ahsanullah Moni in seinem Heimatland Bangladesh, in Sonargaon, rund 30 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Dhaka, originalgetreu und in Originalgröße (so heißt es) für umgerechnet 45 Millionen Euro nach. Das stößt bei den Indern nun ganz gewaltig auf. Man ist stocksauer darüber. Auch die indische Botschaft in Bangladesh hat bereits ihren Unmut geäußert und in indischen Regierungskreisen denkt man derzeit über eine offizielle Klage nach.

Der Marmor für die Mausoleums-Kopie wurde aus Italien importiert. Die beim Bau verwendeten Edelsteine kamen aus belgischen Quellen. Ahsanullah Moni sieht das ganze Projekt als eine Art Tourismusförderung, denn laut der Welttourismusorganisation besuchen lediglich 0,1 % der Asienurlauber Bangladesh. Auch soll es der armen Bevölkerungsschicht erlauben, die sich nicht die Reise nach Indien leisten kann, das Bauwerk zu bestaunen. Außerdem will der Filmemacher es auch für sein Metier, dem Filmemachen, zur Verfügung stellen bzw. dafür vermieten.

Begonnen haben die Bauarbeiten an der Taj Mahal Kopie im Jahr 2003. Inzwischen ist sie so gut wie fertig gestellt. Die letzten Arbeiten daran sollen nach fünfjähriger Bauzeit noch in diesem Monat abgeschlossen werden.

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Schlüsselwörter: Taj Mahal | Indien | Bangladesh | Bangladesch | Weltkulturerbe | Mausoleum
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