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Politik: Europa

Neuer Schelmenstreich der EU geplant: Das Bilderbuchverbot

Die Hersteller solcher Bücher befürchten: Bilderbücher sind bald Vergangenheit

Am kommenden Montag (15.12.2008) soll die neue Spielzeugrichtlinie der EU im EU-Parlament in Brüssel beschlossen werden. Nach Meinung der Grünen-Parlamentarierin Heide Rühle ist die Zustimmung nur noch eine reine Formsache und die Richtlinie so gut wie sicher. Einige Schlaumeier in Brüssel befürchten, dass Kleinkinder Teile von Pappbilderbüchern abbeißen, sich daran verschlucken und ersticken könnten. Deshalb droht nun ein Bilderbuchverbot…

Zumindest dürfen die Bilderbücher, so wie sie bisher wohl jedes Kind kennt, in Zukunft dann nicht mehr verkauft werden. Die bisherige Seitenstärke von fünf bis sechs Millimetern sei zu dünn – so die EU-„Experten“. Dabei müssen die Papp-Kinderbücher bereits seit langem einen Härtetest bestehen, die so genannte Drehmomentsprüfung. Das ist eine Art Reißtest, bei dem mit einer Metallzange solange an den Seiten herumgezogen wird, bis sie knicken und abreißen. Nur wenn die Bücher eine gewisse Kraft aushalten haben sie den Test bestanden.

Die Kinderbuchverlage befürchten nun, dass sie bei diesen Papp-Bilderbüchern nachbessern müssen. Das würde sich auf die Seitenstärke oder das Material auswirken. Beides wird jedoch als unpraktikabel angenommen. Noch dickere Seiten seien unhandlich und würden die Buchherstellung drastisch verteuern. Katja Straub vom Patmos-Verlag in Düsseldorf befürchtet schon, dass die Bücher komplett aus dem Sortiment genommen werden müssen. Ähnlich sieht es auch Ulrich Störiko-Blume vom Kölner Boje-Verlag. Er sagte: „Wenn sie die Bücher so dick machen, dass Sie nicht mehr reißen können, haben Sie einen Prügel von Buch, mit dem Sie einen erschlagen können.“

Aus Sicherheitsgründen dürfte dieser Teil der geplanten neuen EU-Sicherheitsrichtlinie zweifelhaft sein. Experten haben noch von keinem Fall gehört, wo ein Kleinkind eine Buchecke abgebissen und sich dann daran so verschluckt hat dass es gestorben ist. Das bestätigte auch der Kinderarzt Hermann Josef Kahl aus Düsseldorf, der sich mit dem Thema „Unfälle bei Kleinkindern“ intensiv beschäftigt hat: „So etwas war nie dabei!“ Als maßlose Übertreibung wird dies auch von Rolf Buschmann, ein Experte der Verbraucherzentrale in NRW, angesehen. Die von den EU-Schlaumeiern befürchteten Probleme sind auch dort unbekannt. Entsprechend titelte derwesten.de auch seine Berichterstattung zum Thema unter der Überschrift „Brüssel führt ‚Kleinkrieg’ gegen Bilderbücher“. Und in einem Leserkommentar zur Berichterstattung hieß es bereits: „Wirklich gefährlich sind nur die Beamten in Brüssel!“

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Schlüsselwörter: Bilderbuchverbot | EU | EU-Richtlinien | Spielzeugrichtlinie | EU-Parlarment | Pappbücher
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Kommentare

Uli Kaup
am 15.12.2008 10:19:54 (80.136.254.xxx) Link Kommentar melden
die brüsseler beamten haben ganz richtig erkannt dass die erziehung zum staatlich überprüften vollidioten nicht zu frü beginnen kann
am 15.12.2008 12:03:12 (217.83.120.xxx) Link Kommentar melden
In Brüssel hat man jetzt wohl das Biedermeierfieber bekommen. Das Biedermeierfieber ist nach der Burleske von Max Frisch, "Herr Biedermeier und die Brandstifter" bekannt geworden und gilt heute als das wohl bekannste Fieber im globalen Dorf.
Das Biedermeierfieber in Brüssel beruht auf der Tatsache der Heuschreckenpest, Banken- oder Finanzkrise, und das nun die Politik gefordert ist, Lösungen den Bürgern zur Krisenbewältigung anzubieten. Die hat man nun nicht, also versucht man die Aufmerksamkeit der Bücher auf die gängigen Sommerlochthemen zu lenken, das sind Rauchverbot, Alkoholkonsum, Porno-SMS und eben die Kinderbücher. Was sollen die Damen und Herren auch machen, sie verstehen ja nichts von den Probelmen der Finanzkrise und haben nur Angst, jemand könnte das mal zur Sprache bringen.

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