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Politik: Politische Meinung

Die Kanzlerstory-eine Satire

Es war einmal vor langer Zeit da fiel die Mauer. Ein kleines Mädchen dachte sich wie toll das doch sei, denn der Job den es hatte sei viel zu langweilig, und so machte es sich zuerst einmal auf die Suche nach einem Headhunter. Es wollte nämlich am liebsten jeden Tag in der Zeitung stehen. Als das Mädchen schließlich jemanden fand war es glücklich, auch als der Headhunter ihr sagte, für einen Nobelpreis würde es mit den Vorkenntnissen wohl nie reichen, aber er wolle dennoch versuchen es zu vermitteln.

Zuerst wandte er sich an Dieter Bohlen, aber dessen Beurteilung fiel alles andere als rosig aus, denn so sagte er die Stimme sei wohl nicht ganz das, was er momentan für eine neue Gruppe bräuchte, und ohnehin sei das Mädchen so egoistisch und dominant, dass er es ablehnen müsse, dies anderen Kandidaten zu zumuten. Der Headhunter überlegte und vereinbarte kurz danach einen Termin mit Heidi Klumm. Oje, auch hier wurden sie fortgeschickt. Heidi befand nämlich, weder der Gang noch die Figur oder Frisur entsprächen dem, was auch nur im Entferntesten für eine Titelseite in Frage käme. Und überhaupt würde das Mädchen noch nicht einmal als schlechter Transvestit durchgehen.

Nun war guter Rat teuer. Aber der Headhunter hatte noch eine letzte Idee, denn er hatte kurz zuvor einen schwarzen Koffer für einen Freund versteckt. Diesen rief er nun an und erhielt sofort die Zusage, dem Mädchen wisse man zu helfen.

Man verpasste ihm schnell noch eine Stasiakte, denn das war gerade modern und versteckte sein Foto in anderen Akten, denn einen geheimnisvollen Background braucht der Mensch schließlich, wenn er gar keinen hat. Und um es noch geheimnisvoller erscheinen zu lassen sagte man dem Mädchen, die Fotos dürfe es aber niemals zur Ansicht freigeben, würden sie etwa durch zu neugierige Journalisten jemals entdeckt werden. Eins, zwei drei, fertig war der neue Star.

So geschah es, dass dem armen Kind ein kräftiger Tritt in den Allerwertesten verpasst wurde wodurch es geradewegs auf dem Kanzlerstuhl landete. Zuvor hatte man ihm noch einen Schnellkurs verpasst, denn etwas anderes als der Kanzler vorher müsse es schon tun, um auf die Titelseiten der Zeitungen zu gelangen. Und es funktionierte, denn zuerst zeigte das Mädchen wie befohlen seinen ehemaligen Freunden im Osten die kalte Schulter. So ging das eine ganze Weile, und im Westen war es besonders herzlich willkommen bei Bush, der Präsident in Amerika war und dem es fortan treu diente.

Das Mädchen hatte es geschafft und sein griesgrämiges Angesicht erschien tatsächlich in vielen Zeitschriften. Plötzlich jedoch wurde alles anders, denn wie aus dem Nichts wagten es andere ihr die Titelseiten zu stehlen. Zuerst traute sich das der Staatschef aus Frankreich und kurz danach stahl ihr auch noch ein neuer Mann aus Amerika die Show. Und dieser Mann wagte es auch noch einen Besuch in ihrer Hauptstadt anzukündigen, und er war so impertinent, wie sie fand, dort auch noch eine Rede halten zu wollen. Ja, das ging ja nun gar nicht, der Mann machte doch zu sehr den Eindruck, wie die früheren Freunde aus dem Osten zu ticken. Aber reden musste man ihn schließlich doch.

Das Mädchen wurde immer neidischer, denn plötzlich stand ein anderer im Rampenlicht mit ganz merkwürdigen Ideen, und die Zeitungen überschlugen sich damit ihn abzulichten. Und schließlich wählte Amerika ihn auch noch zum Präsidenten! Das Mädchen erinnerte sich daran dass seine Mutter es immer vor dem „Schwarzen Mann“ gewarnt hatte und es bekam furchtbare Angst, zumal dieser Mann so unheimlich beliebt auch im eigenen Volk war. Gleichzeitig kam es zu einer großen Krise und nun stand das Mädchen gar nicht mehr in den Schlagzeilen, denn plötzlich handelten auch alle bisherigen Nachbarn schneller als es und die Zeitungen überschlugen sich mit Berichten und Bildern all der anderen, die ohnehin viel besser aussahen und eine bessere Figur machten als es selbst. Das Mädchen wurde schrecklich böse und beschloss nun das zu tun, was ihr noch von einem anderen Kanzler in einem Training vor der Kanzlerschaft beigebracht worden war. Gar Nichts. Denn so hatte ihr der andere Kanzler gesagt, in einer Krise hielte man das Ruder am besten fest, wenn man sehr ruhige Hände hätte und einfach abwarten würde, bis die Krise irgendwann vorbei sei.

Das Mädchen verlor alle Freunde, aber das war es ihr wert. Es isolierte sein Land, und die Menschen fragten sich, wann denn die Kanzlerin endlich eine ganz lange neue Mauer bauen lassen würde, um Arbeitsplätze zu schaffen, von denen mehr und mehr verloren gingen. Und da sie inzwischen fast alle von staatlicher Hilfe leben konnten war das Land dem aus dem die Kanzlerin gekommen war, schon sehr ähnlich, denn die Zeit in der man noch arbeitete und die Wirtschaft etwas einbrachte wurde immer kürzer und oft konnte man ganz andere Dinge tun als zu arbeiten, denn die Wirtschaft funktionierte trotzdem irgendwie.

Ja und schließlich wäre eine Mauer nicht ganz schlecht befanden die Menschen, weil vielleicht plötzlich ganz viele, die nun der Staat bezahlt doch plötzlich woanders hin gehen und das Geld mitnehmen, dass sie hier gespart haben, und dann blutet das land vielleicht so aus, wie es vor dem Mauerbau in der Heimat der Kanzlerin geschehen ist. Also, wo wir eh isoliert und so lächerlich sind und kaum noch Freunde haben ist vielleicht eine Mauer keine schlechte Idee. Wir bauen, denn das bringt Arbeit und der Staat bezahlt uns dafür.

Und wenn es nicht gestorben ist, dann grollt das Mädchen noch immer und hält die Hände so still, als sei nichts geschehen und grübelt vielleicht über einen großen Mauerbau schon länger nach als wir alle denken. u

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Schlüsselwörter: Politik | Deutschland | Kanzlerin | Satire | Gesellschaft
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Kommentare

OZ24
am 12.12.2008 21:40:22 (91.15.7.xxx) Link Kommentar melden
Glückwunsch zu dem 1000. Artikel der auf oz24.de veröffentlicht wurde.

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